Vom Zahn der Zeit 

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Die Naturgewalten verändern die Landschaft eindrucksvoll - und damit natürlich auch die vom Menschen geschaffenen künstlichen Wasserläufe. Aber natürlich verändert der Mensch die Natur ebenso eindrucksvoll - wenn auch manchmal nicht zum Besten. 

Hier wollen wir Zeitzeugen suchen, die uns von der aufregenden Geschichte der Wasserfuhren erzählen können. Diese Zeitzeugen sind natürlich nicht immer einfach zu finden - sind doch die Suonen bis zu 1000 Jahre alt (!). Manche Leute vermuten, dass die Anfänge sogar noch viel weiter zurück reichen. 

Eingeschnitzte Jahreszahlen und Hauszeichen können Geschichten erzählen 

Die Erbauer der Suonen haben oft ihre Hauszeichen und die Jahreszahl der Herstellung in die Tragbalken geschnitzt. So ist jeder einzelne Tragbalken nicht nur eine Maßanfertigung, angepasst an das jeweilige Toggenloch (das ist das Loch im Fels, in dem der Tragbalken steckt), sondern auch ein historisches Dokument. 

Ayent_1995

Das Bild zeigt die Bisse d'Ayent am Torrent Croix im Schweizer Kanton Wallis, in der Nähe von Anzère.
Wenn man auf das Bild klickt, sieht man eine Detailvergrößerung des Tragbalkens mit der Jahreszahl 1814. 

Das obige Foto zeigt die Bisse d'Ayent, die das Gebiet unterhalb von Anzère bewässert. Die Stelle heißt Torrent Croix. Hier mussten 100 Meter senkrechte Felswand überwunden werden. Schon 1831 haben italienische Mineure einen 95 m langen Stollen durch den Felsen angelegt, die Kännelleitung wurde überflüssig und verfiel. Hundertsiebzig Jahre später sind zwar die Kännel von den Naturgewalten weggerissen, aber die Tragbalken haben standgehalten - der vordere wurde 1814 eingesetzt und sieht jetzt nach bald 200 Jahren noch Vertrauen erweckend aus! 

Mitte der Neunziger Jahre hat man ein Ecomuseum eingerichtet und dieses Teilstück der Bisse d'Ayent wieder hergestellt. Dabei hat man die historischen Tragbalken verwendet, so weit es ging. 

Bisse_d'Ayent_1814  

 

Bisse_d'Ayent_Halbtotale  

 

K_VomZahnDerZeit=Bisse_d'Ayent_1814  

Eindrucksvoll: Die Bisse d'Ayent im Torrent-Croix. So sah sie auch bei ihrem Bau im Jahre 1442 aus. 

 

Über diese Konstruktion flossen früher 150 Liter Wasser pro Sekunde! 

 

So sieht die Stelle mit dem Tragbalken von 1814 heute (im Jahr 2003) aus. 

         

Bisse_d'Ayent_Hauszeichen  

 

Bisse_d'Ayent_Tunnel  

 

Bisse_d'Ayent_Tseuzier  

Ein anderes Beispiel für die Zeichen in einem Tragbalken der Bisse d'Ayent 

 

Hier durch den 95 Meter langen Tunnel fließt auch heute noch das Wässerwasser von Juli bis September. Im Oktober sieht's dann halt so aus. 

Die Bisse bezieht heute ihr Wasser aus einem Kraftwerksstollen bei Samarin, ist aber für geübte Wanderer bis fast zur ehemaligen Fassung begehbar. 

 

Der Lac de Tseuzier in 1770 Meter Höhe. Unterhalb der Staumauer auf 1550 m bezog die Bisse d'Ayent früher ihr Wasser aus der Liène und führte es 15 km weit bis unterhalb des bekannten Wintersport-Ortes Anzère. 

In Anzère gibt es ein sehenswertes kleines Suonenmuseum (Musée des Bisses), täglich geöffnet von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei. 



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